Eine Anleitung zum Entkalken von Kaffeemaschinen beginnt mit dem Blick in die Bedienungsanleitung: Verwenden Sie nur ein geeignetes Entkalkungsmittel, beachten Sie die Dosierung und spülen Sie den Wasserkreislauf vollständig nach. So bleiben Durchfluss, Brühtemperatur und Geschmack zuverlässig erhalten.
Kalk entsteht, wenn sich Mineralien aus dem Leitungswasser beim Erhitzen ablagern. Er sitzt nicht nur sichtbar am Auslauf, sondern vor allem in Heizsystem, Schläuchen und Ventilen. Dort kann er den Wasserfluss bremsen, die Aufheizzeit verlängern und bei Vollautomaten auch Fehlermeldungen auslösen.
Wann Ihre Kaffeemaschine entkalkt werden sollte
Wie oft eine Entkalkung nötig ist, hängt von der Wasserhärte, der Nutzung und dem Gerätetyp ab. Die folgenden Werte sind praxistaugliche Orientierungen. Zeigt Ihre Maschine ein Entkalkungsprogramm an, hat diese Anzeige Vorrang.
| Wasserhärte nach WRMG | Bereich | Richtwert bei täglicher Nutzung |
|---|---:|---:|
| Weich | unter 8,4 °dH | alle 4 bis 6 Monate |
| Mittel | 8,4 bis 14 °dH | alle 2 bis 3 Monate |
| Hart | über 14 °dH | alle 4 bis 8 Wochen |
Bei einer Filterkaffeemaschine mit zwei bis vier Brühvorgängen pro Tag genügt bei mittlerer Härte oft eine Entkalkung nach etwa 80 bis 100 Brühvorgängen. Vollautomaten sollten Sie nach ihrer Anzeige entkalken lassen. Der eingestellte Wasserhärtegrad ist dabei entscheidend: Ist er zu niedrig eingestellt, erinnert das Gerät zu spät.
Ein Geschmack nach Metall oder Bitterkeit ist kein sicherer Kalktest. Deutlichere Hinweise sind ein langsamer Kaffeefluss, auffällig laute Pumpengeräusche, weniger heißer Kaffee oder sichtbare weiße Ablagerungen am Wassertank. Warten Sie damit nicht bis zum Funktionsausfall. Frische Kalkschichten lösen sich kontrollierter als dicke, über lange Zeit gewachsene Beläge.
Das brauchen Sie vor dem Entkalken
Nehmen Sie einen speziell für Kaffeemaschinen vorgesehenen Entkalker. Seine Zusammensetzung ist darauf ausgelegt, Kalk zu lösen, ohne Dichtungen, Leitungen und metallische Bauteile unnötig zu belasten. Zitronensäure, Essig oder Essigessenz sind keine gleichwertige Alternative: Besonders Essig kann Geruch und Geschmack hinterlassen, Dichtungen angreifen und gelöste Partikel ungünstig im Gerät verteilen.
Leeren Sie den Wassertank, entfernen Sie Kaffeefilter oder Bohnenreste aus dem Arbeitsbereich und stellen Sie ein Gefäß unter den Auslauf. Es sollte mindestens das Volumen des Wassertanks fassen. Bei Maschinen mit Milchsystem reinigen Sie Milchschlauch, Milchbehälter und Aufschäumer getrennt nach der jeweiligen Herstelleranweisung.
Kaffeemaschine in 6 Schritten entkalken
1. Gerät vorbereiten. Schalten Sie die Maschine ein und lassen Sie sie auf Betriebstemperatur kommen, sofern die Anleitung nichts anderes vorgibt. Entfernen Sie Wasserfilter aus dem Tank, wenn der Hersteller dies verlangt. Ein Filter würde sonst einen Teil des Entkalkers aufnehmen.
2. Entkalkerlösung ansetzen. Geben Sie den Entkalker nach Herstellerangabe in den leeren Wassertank und füllen Sie mit Wasser bis zur vorgeschriebenen Markierung auf. Überschreiten Sie die Dosierung nicht. Eine stärkere Lösung beschleunigt den Vorgang nicht zuverlässig, erhöht aber die Belastung für Bauteile.
3. Entkalkungsprogramm starten. Bei Vollautomaten wählen Sie das vorgesehene Programm. Es dauert je nach Modell meist 15 bis 30 Minuten und arbeitet mit Pausen, damit die Lösung in Leitungen und Heizsystem wirken kann. Brechen Sie das Programm nicht ab.
4. Bei Filtermaschinen portionsweise durchlaufen lassen. Starten Sie den Brühvorgang mit der Entkalkerlösung. Stoppen Sie ihn nach etwa der Hälfte und lassen Sie die Lösung 10 Minuten im System stehen. Danach lassen Sie den Rest vollständig durchlaufen. Bei Geräten mit Thermokanne darf die Lösung nicht dauerhaft darin stehen bleiben.
5. Wassertank und abnehmbare Teile reinigen. Spülen Sie Tank, Deckel und Auffangschale mit klarem Wasser aus. Sichtbare Ablagerungen lassen sich mit einem weichen Tuch entfernen. Scheuerschwämme können Kunststoffoberflächen matt machen und gehören nicht an Sichtfenster oder Displays.
6. Mindestens zweimal klar nachspülen. Füllen Sie den Tank vollständig mit frischem Wasser und lassen Sie ihn einmal komplett durchlaufen. Wiederholen Sie diesen Durchgang ein zweites Mal. Bei einem Tankvolumen von 1,5 Litern bedeutet das mindestens 3 Liter klares Wasser. Erst wenn kein Geruch und kein Geschmack der Lösung mehr wahrnehmbar sind, bereiten Sie wieder Kaffee zu.
Typische Fehler beim Entkalken
- Essig oder Essigessenz verwenden: Die Säure kann Dichtungen und empfindliche Bauteile stärker beanspruchen. Ihr Geruch bleibt zudem leichter im Wasserkreislauf zurück.
- Das Nachspülen verkürzen: Ein einziger kleiner Spülgang reicht nicht. Rückstände des Entkalkers gehören nicht in den Kaffee und können den Geschmack deutlich beeinträchtigen.
- Das Entkalkungsprogramm unterbrechen: Viele Programme arbeiten bewusst in Intervallen. Wird es abgebrochen, bleibt Kalk häufig in einzelnen Leitungsabschnitten zurück.
- Wasserfilter im Tank lassen: Je nach System kann der Filter die Entkalkerlösung aufnehmen und danach nicht mehr korrekt arbeiten. Prüfen Sie die Vorgabe Ihres Geräteherstellers.
- Milchsystem und Brühgruppe verwechseln: Entkalken entfernt mineralische Ablagerungen. Milchfette und Kaffeeöle benötigen eine eigene Reinigung mit dafür vorgesehenen Mitteln.
Häufige Fragen zum Entkalken von Kaffeemaschinen
Kann ich meine Kaffeemaschine mit Zitronensäure entkalken?
Davon ist bei Geräten mit Heizsystem eher abzuraten. Zitronensäure kann sich bei höheren Temperaturen mit Calcium zu schwer löslichen Verbindungen verbinden. Diese können sich im Inneren ablagern, statt den Kreislauf vollständig zu reinigen. Verwenden Sie besser einen Entkalker, der ausdrücklich für Kaffeemaschinen vorgesehen ist.
Wie oft muss ich einen Kaffeevollautomaten entkalken?
Folgen Sie primär der Geräteanzeige. Sie berechnet das Intervall meist aus Wasserhärte und bezogener Wassermenge. Bei hartem Wasser über 14 °dH kann eine Aufforderung bereits nach 4 bis 8 Wochen erscheinen. Stellen Sie den Härtegrad nach einem Test Ihres Wasserversorgers oder einem Teststreifen korrekt ein.
Muss ich nach dem Entkalken zwei Wassertanks durchlaufen lassen?
Ja, zwei vollständige Spülgänge sind ein sinnvoller Mindestwert, sofern der Gerätehersteller keine andere Menge nennt. Bei kleinen Tanks unter 1 Liter können drei Durchgänge sinnvoll sein. Der letzte Durchlauf sollte geruchsneutral sein. Bereiten Sie erst danach wieder Kaffee oder Heißwasser zu.
Warum läuft der Kaffee trotz Entkalken noch langsam durch?
Kalk ist nur eine mögliche Ursache. Bei Siebträgermaschinen können ein verschmutztes Sieb oder Kaffeefette in der Brühgruppe den Durchfluss hemmen. Bei Vollautomaten kommen ein zugesetztes Auslaufsystem oder zu fein gemahlene Bohnen infrage. Reinigen Sie diese Bereiche getrennt, statt den Entkalkungsvorgang direkt zu wiederholen.
Kann ich während des Entkalkens Kaffee zubereiten?
Nein. Die Entkalkerlösung darf nicht getrunken werden. Unterbrechen Sie die Nutzung bis nach dem vollständigen Spülen. Wenn Ihr Vollautomat das Programm gestartet hat, lässt er eine Kaffeezubereitung in der Regel ohnehin nicht zu. Das schützt sowohl das Gerät als auch den Geschmack der nächsten Tasse.
Entkalker für Kaffeemaschinen
Ein passender Maschinenentkalker löst Kalk gezielt und erleichtert die planbare Pflege von Filtermaschine, Kapselmaschine oder Vollautomat. COLLO entwickelt seine Reinigungsprodukte seit 1936 in NRW in kleinen Chargen - für eine Entkalkung, nach der Ihre Kaffeemaschine wieder klar spült und zuverlässig arbeitet.